{"id":331,"date":"2011-10-02T11:56:00","date_gmt":"2011-10-02T11:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.xn--frderkreis-musikschule-dessau-g5c.de\/?p=331"},"modified":"2023-05-02T14:43:35","modified_gmt":"2023-05-02T14:43:35","slug":"wunderbar-befluegelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--frderkreis-musikschule-dessau-g5c.de\/?p=331","title":{"rendered":"Wunderbar befl\u00fcgelt"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">MZ 02.10.2011<\/h2>\n\n\n\n<p>&#8222;Es war Liebe auf den ersten Blick&#8220;, gesteht Ute Mahlo, Leiterin der Musikschule, in aller \u00d6ffentlichkeit. Und der Geliebte zeigt sich sogleich in voller Leidenschaft, licht wie die Fr\u00fchlingsluft, staubig wie die Poesie der Puszta, hintergr\u00fcndig, klar und perlend auch. Es ist ein Steinway-Fl\u00fcgel geworden, der am Sonnabend w\u00e4hrend eines festlichen Konzertes an die Musikschule Dessau-Ro\u00dflau \u00fcbergeben wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Der erste Applaus geht in die Runde&#8220;, sagt Joachim Landgraf, Vorsitzender des F\u00f6rderkreises der Schule, zum Zeichen der Dankbarkeit, die alle einbezieht, Spender, Tastenpaten und jeden, der das Projekt unterst\u00fctzt hat. 36 467 Euro seien auf dem Spendenkonto verbucht. 37 500 Euro habe das Instrument gekostet. Da habe man, so Landgraf, in Erwartung, dass der Fl\u00fcgel bet\u00f6re, auf Risiko gearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne Risiko erscheint die Wahl des beratenden Experten. Gewonnen wurde G\u00fcnter Klatt, der in der Berliner Philharmonie und in den Studios des SFB f\u00fcr Emil Gilels, Wilhelm Kempff und, die Liste lie\u00dfe sich erweitern, Alfred Brendel Fl\u00fcgel in Stimmung brachte. Der Mann hat einiges zu erz\u00e4hlen, in einer musikalischen Plauderei, am 28. Oktober. Unter dem Motto &#8222;Unsere Tr\u00e4ume haben Fl\u00fcgel bekommen&#8220; wird das Instrument eine \u00f6ffentliche Angelegenheit bleiben. Am &#8222;Abend des offenen Fl\u00fcgels&#8220; im November kann nach Anmeldung, wer schon immer mal wollte, auf einem echten Steinway spielen. Konzerte folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nun wird die rote Schleife vom Fl\u00fcgel gezogen. In den ersten T\u00f6nen tanzt Annemarie Klein auf der Seele eines missgebildeten Possenrei\u00dfers und f\u00fchrt den Traum nach Harmonie b\u00fcndig zur bitteren Erkenntnis, &#8222;Polichinelle&#8220; aus Fantasiest\u00fccke op. 3 von Sergej Rachmaninow. Sp\u00e4ter spielt sie mit Christoph Schreiber (Violine) aus Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 5 op. 24, den 1. Satz der &#8222;Fr\u00fchlingssonate&#8220;: fantasierte Lauterkeit, klare Luft und lichte Wechsel von Melodiepart und Begleitung.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Eine verr\u00fcckte Idee hat funktioniert&#8220;, sagt Schreiber. Er, Annemarie Klein, Anne Mei\u00dfner und Annemarie Schulze hatten 2008 Einnahmen ihres Abschiedskonzertes von der Musikschule f\u00fcr die Anschaffung eines Konzertfl\u00fcgels gespendet und das Projekt unkonventionell begonnen. Benefizkonzerte und die Idee der Tastenpartnerschaft folgten. Nun ist das Fest vor allem ein Konzert der ehemaligen Sch\u00fcler, mit Friederike Liesche und Peter Ullmann, mit &#8222;Gespensterm\u00e4rchen&#8220; und &#8222;Abendlied&#8220; von Robert Schumann zu vier verst\u00e4ndigen H\u00e4nden, oder mit Grenz\u00fcbertritten Astor Piazzollas, dem Sch\u00f6pfer des Tango Nuevo, mit Anne Mei\u00dfner (Klavier) im Trio, mit knisternden Dissonanzen und rhythmischen Feinheiten. Claudius Lepetit (Violoncello) und Kapellmeister Wolfgang Kluge (Klavier) spielen drei S\u00e4tze aus Sonata in E von Fran\u00e7ois Francour: Allegro, welch Feuer, vor allem aber rhetorisch sch\u00f6n. Symbolisch \u00fcbernehmen zwei Sch\u00fcler: Die kleine Jasmin Kunze (Violine), nicht nur beschaulich, zukunftstr\u00e4chtig. Und wenn der j\u00fcngste Pianist, Arthur Fenger, den letzten Ton getroffen hat, wird z\u00fcgig gedienert.<\/p>\n\n\n\n<p>Konzertmeisterin Myra van Campen-B\u00e1lint besch\u00f6nigt nicht, treibt den Staub vom Resonanzboden, eine raue, breite und deshalb bet\u00f6rend hintergr\u00fcndige Poesie, &#8222;Tzigane&#8220; vom Maurice Ravel. Verr\u00fcckt greift schwerelos und plastisch diese Melodie \u00fcber eine Basslinie, die sich hier wenig beschr\u00e4nkt: Thomas Benke spielt Consolation Nr. 3 von Franz Liszt und schlie\u00dft die Ungarische Rhapsodie Nr. 8 an: auftrumpfend, ein typischer Werbetanz, den Benke in verst\u00f6rende Leidenschaftlichkeit f\u00fchrt. Ein Bonbon gibt es zum Schluss, Klavier zu vielen H\u00e4nden, zeichenhaft, f\u00fcr die vielen H\u00e4nde, die folgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MZ 02.10.2011 &#8222;Es war Liebe auf den ersten Blick&#8220;, gesteht Ute Mahlo, Leiterin der Musikschule, in aller \u00d6ffentlichkeit. Und der Geliebte zeigt sich sogleich in voller Leidenschaft, licht wie die Fr\u00fchlingsluft, staubig wie die Poesie der Puszta, hintergr\u00fcndig, klar und perlend auch. 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